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Markus Bertan

Überschuldung Praxisfall Bau | Markus Bertan

Überschuldung: Praxisfall Bau: 305.000 € Verbindlichkeiten, 14 Wochen (Für GFs und Gesellschafter). Betriebswirtschaftliche Struktur – keine Rechtsauskunft.

Branche: Bau (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 52 · Umsatz: ca. 854.000 € · Verbindlichkeiten: 305.000 €

Was uns zuerst aufgefallen ist

Der Investor aus der zweiten Runde verlangte Transparenz, die der GF aus Scham verzögerte. Die Prokuristin meldete sich, weil der GF im Krankenhaus lag – plötzlich fehlte die Unterschrift für alles.

52 Köpfe, 854.000 € Umsatz, 305.000 € Verbindlichkeiten – die Bau-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein Liquiditätsforecast, Debitoren bei 146.000 € über 90 Tage.

Was in 14 Wochen passierte

Woche zwei war unangenehm – Gespräche mit dem Finanzamt und dem größten Lieferanten, beide ohne Versprechen. Überschuldung ist kein Schlagwort, sondern eine Bilanzfrage mit Fortführungsprognose.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen Liquiditätsforecast in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 115.900 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Viele GFs verwechseln „viel Schulden“ mit Überschuldung im Sinne des § 19 InsO.

Stand am Ende

Am Ende: Überschuldung als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Fehler, die Zeit kosten

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind
  • Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss
  • Verkaufsgespräche mit dem ersten Interessenten ohne Due Diligence

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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Wer die Zahlen schickt, bekommt von mir eine erste Richtung – meist am nächsten Werktag.

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