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Markus Bertan

Firmenbestatter-Risiko Praxisfall Pflege | Markus Bertan

Konkrete Einordnung für Geschäftsführer – Praxisfall Pflege: 305.000 € Verbindlichkeiten, 9 Wochen, Thema Firmenbestatter-Risiko. Wirtschaftliche Beratung…

Branche: Pflege (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 77 · Umsatz: ca. 701.500 € · Verbindlichkeiten: 305.000 €

Was uns zuerst aufgefallen ist

Ein Erwerber aus dem Netzwerk war im Gespräch, aber ohne Zahlenbasis – typischer Auslöser für meinen Einstieg. Der Investor aus der zweiten Runde verlangte Transparenz, die der GF aus Scham verzögerte.

Die Pflege-GmbH hatte 77 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 701.500 € – auf dem Papier noch präsentabel. Unter der Oberfläche: negative Wochenliquidität ab Woche drei, 141.000 € Debitoren älter als 90 Tage und kein Beschluss zu das Thema.

Was in 9 Wochen passierte

Woche zwei war unangenehm – Gespräche mit dem Finanzamt und dem größten Lieferanten, beide ohne Versprechen. Bei firmenbestatter geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: Liquiditätsforecast und Matrix – 71 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 118.950 €.

Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.

Ich dokumentiere jeden Schritt so, dass ein späterer Gutachter die Logik nachvollziehen kann.

Stand am Ende

Nach 9 Wochen lag ein handfester Pfad zu Firmenbestatter-Risiko vor – ohne Aktionismus. Insolvenzantrag war nicht nötig; die Pflicht zur erneuten Prüfung stand im Kalender. Beschlüsse und Zahlungsprotokolle waren vollständig.

Fehler, die Zeit kosten

Typische Umwege: Ein Erwerber ohne NDA und ohne Referenzprüfung. Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind. Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss.

Rechtliche Eckpunkte

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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Lieber ein klares Nein als monatelanges Hoffen. Deshalb antworte ich zeitnah.

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