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Firmenbestatter-Risiko Praxisfall Produktion | Markus Bertan

Firmenbestatter-Risiko: Praxisfall Produktion: 430.000 € Verbindlichkeiten, 14 Wochen (Erfahrung aus der Mandatspraxis). Betriebswirtschaftliche Struktur –…

Branche: Produktion (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 56 · Umsatz: ca. 946.000 € · Verbindlichkeiten: 430.000 €

Kernproblem

Ein stiller Gesellschafter drohte mit Rücktritt vom Darlehen, wenn nicht innerhalb von 14 Tagen gehandelt wird. Die Hausbank hatte die Linie gekürzt; der GF wusste es seit zehn Tagen, die Gesellschafter erst seit gestern.

56 Köpfe, 946.000 € Umsatz, 430.000 € Verbindlichkeiten – die Produktion-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein 13-Wochen-Plan, Debitoren bei 200.000 € über 90 Tage.

14 Wochen im Überblick

In den ersten Tagen ging es nur um Klarheit: Was ist fällig, was ist verhandelbar, was ist Illusion. Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen 13-Wochen-Plan in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 146.200 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Bei firmenbestatter geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Ausgang

Am Ende: Firmenbestatter-Risiko als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Was ich anders machen würde

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Steuerschulden verschwiegen, bis das Finanzamt von selbst anruft
  • Gesellschafterbeschlüsse nur mündlich, nie im Protokoll
  • Rücktritt des GF ohne Übergabe an einen handlungsfähigen Nachfolger

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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