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Markus Bertan

Insolvenz vermeiden Praxisfall Gastronomie | Markus Bertan

Praxis statt Theorie – Praxisfall Gastronomie: 380.000 € Verbindlichkeiten, 21 Wochen, Thema Insolvenz vermeiden. Wirtschaftliche Beratung, Recht über…

Branche: Gastronomie (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 81 · Umsatz: ca. 1.026.000 € · Verbindlichkeiten: 380.000 €

Kernproblem

Ein Lieferant aus dem Umland hatte auf Vorkasse bestanden – das war das Signal, dass es ernst wird. Ein stiller Gesellschafter drohte mit Rücktritt vom Darlehen, wenn nicht innerhalb von 14 Tagen gehandelt wird.

Die Gastronomie-GmbH hatte 81 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 1.026.000 € – auf dem Papier noch präsentabel. Unter der Oberfläche: negative Wochenliquidität ab Woche drei, 135.000 € Debitoren älter als 90 Tage und kein Beschluss zu vermeiden.

21 Wochen im Überblick

In den ersten Tagen ging es nur um Klarheit: Was ist fällig, was ist verhandelbar, was ist Illusion. Bei insolvenz vermeiden geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: 13-Wochen-Plan und Matrix – 71 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 133.000 €.

Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.

Ich dokumentiere jeden Schritt so, dass ein späterer Gutachter die Logik nachvollziehen kann.

Ausgang

Nach 21 Wochen lag ein handfester Pfad zu Insolvenz vermeiden vor – ohne Aktionismus. Insolvenzantrag war nicht nötig; die Pflicht zur erneuten Prüfung stand im Kalender. Beschlüsse und Zahlungsprotokolle waren vollständig.

Was ich anders machen würde

Typische Umwege: Privatentschuldungen mit Firmengeld vermischt. Steuerschulden verschwiegen, bis das Finanzamt von selbst anruft. Gesellschafterbeschlüsse nur mündlich, nie im Protokoll.

Rechtliche Eckpunkte

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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