Branche: Gastronomie (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 71 · Umsatz: ca. 2.916.000 € · Verbindlichkeiten: 1.080.000 €
Kernproblem
Der GF schilderte die Lage nüchtern – ein stiller Gesellschafter drohte mit Rücktritt vom Darlehen, wenn nicht innerhalb von 14 Tagen gehandelt wird. Negative Wochenliquidität ab Monat 2 im 13-Wochen-Plan. 175.000 € Forderungen, die in 90 Tagen nicht reinkommen. Zahlungen nach Priorität „Bauchgefühl“ statt Protokoll. Kein dokumentierter Beschluss zum weiteren Vorgehen.
7 Wochen im Überblick
In den ersten Tagen ging es nur um Klarheit: Was ist fällig, was ist verhandelbar, was ist Illusion. Wer verschweigt Steuerschulden im Datenraum, riskiert später § 15b-Themen und Schadensersatz.
Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: 13-Wochen-Plan und Matrix – 69 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 356.400 €.
Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.
Schulden in der GmbH sind kein Ausschlussgrund – aber ein Filter für seriöse Erwerber.
Ausgang
7 Wochen später hatte der GF eine Entscheidungsvorlage, die auch die Gesellschafter unterschreiben konnten. GmbH mit Schulden verkaufen war realistisch – weil die Zahlen stimmten.
Was ich anders machen würde
Was ich anders machen würde: Gesellschafterbeschlüsse nur mündlich, nie im Protokoll. Rücktritt des GF ohne Übergabe an einen handlungsfähigen Nachfolger. Ein Erwerber ohne NDA und ohne Referenzprüfung.
Haftung – kurz eingeordnet
§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.
Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.