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Markus Bertan

Firmenverkauf Praxisfall Automotive-Zulieferung | Markus Bertan

Praxisfall Automotive-Zulieferung: 505.000 € Verbindlichkeiten, 6 Wochen. Was ich in ähnlichen Fällen sehe – Firmenverkauf.

Branche: Automotive-Zulieferung (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 38 · Umsatz: ca. 1.212.000 € · Verbindlichkeiten: 505.000 €

Der Auslöser

Der Anruf kam an einem Dienstagnachmittag – der Geschäftsführer klang müde, nicht panisch. Der eine Gesellschafter wollte sofort raus, der andere erst nach Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens.

Die Automotive-Zulieferung-GmbH hatte 38 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 1.212.000 € – auf dem Papier noch präsentabel. Unter der Oberfläche: negative Wochenliquidität ab Woche drei, 192.000 € Debitoren älter als 90 Tage und kein Beschluss zu Firmenverkauf.

Der Ablauf – 6 Wochen

Mitte des Monats standen wir vor der Frage: weiterkämpfen, verkaufen oder Antrag – alles drei war nicht drin. Bei firmenverkauf geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen Wochenplan in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 68 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 161.600 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Ich dokumentiere jeden Schritt so, dass ein späterer Gutachter die Logik nachvollziehen kann.

Was am Ende stand

Nach 6 Wochen lag ein handfester Pfad zu Firmenverkauf vor – ohne Aktionismus. Insolvenzantrag war nicht nötig; die Pflicht zur erneuten Prüfung stand im Kalender. Beschlüsse und Zahlungsprotokolle waren vollständig.

Was andere in ähnlichen Fällen falsch machen

Typische Umwege: Rücktritt des GF ohne Übergabe an einen handlungsfähigen Nachfolger. Ein Erwerber ohne NDA und ohne Referenzprüfung. Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind.

Haftung im Blick

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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