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Markus Bertan

Firmenbestatter-Risiko Praxisfall Bau | Markus Bertan

Firmenbestatter-Risiko: Praxisfall Bau: 405.000 € Verbindlichkeiten, 20 Wochen (Aus Mandaten der letzten Jahre). Betriebswirtschaftliche Struktur – keine…

Branche: Bau (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 84 · Umsatz: ca. 1.215.000 € · Verbindlichkeiten: 405.000 €

So begann der Fall

Zwei Brüder führten die GmbH; einer blockierte jeden Notartermin mit dem Hinweis auf fehlende Bewertung. Die Prokuristin meldete sich, weil der GF im Krankenhaus lag – plötzlich fehlte die Unterschrift für alles.

84 Köpfe, 1.215.000 € Umsatz, 405.000 € Verbindlichkeiten – die Bau-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein 13-Wochen-Liquiditätsplan, Debitoren bei 188.000 € über 90 Tage.

Chronologie (20 Wochen)

Gegen Ende des ersten Monats hatte der GF ein Protokoll, das er auch seinem Steuerberater nicht schämte. Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen 13-Wochen-Liquiditätsplan in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 153.900 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Bei firmenbestatter geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Ergebnis

Am Ende: Firmenbestatter-Risiko als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Typische Fehler in vergleichbaren Mandaten

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind
  • Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss
  • Verkaufsgespräche mit dem ersten Interessenten ohne Due Diligence

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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Wer die Zahlen schickt, bekommt von mir eine erste Richtung – meist am nächsten Werktag.

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