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Markus Bertan

Asset Deal Praxisfall Logistik | Markus Bertan

Asset Deal: Praxisfall Logistik: 455.000 € Verbindlichkeiten, 20 Wochen (Für GFs und Gesellschafter). Betriebswirtschaftliche Struktur – keine Rechtsauskunft.

Branche: Logistik (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 32 · Umsatz: ca. 1.274.000 € · Verbindlichkeiten: 455.000 €

Was uns zuerst aufgefallen ist

Der Investor aus der zweiten Runde verlangte Transparenz, die der GF aus Scham verzögerte. Die Hausbank hatte die Linie gekürzt; der GF wusste es seit zehn Tagen, die Gesellschafter erst seit gestern.

32 Köpfe, 1.274.000 € Umsatz, 455.000 € Verbindlichkeiten – die Logistik-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein Liquiditätsforecast, Debitoren bei 206.000 € über 90 Tage.

Was in 20 Wochen passierte

Woche zwei war unangenehm – Gespräche mit dem Finanzamt und dem größten Lieferanten, beide ohne Versprechen. Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen Liquiditätsforecast in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 154.700 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Bei asset deal geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Stand am Ende

Am Ende: Asset Deal als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Fehler, die Zeit kosten

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Steuerschulden verschwiegen, bis das Finanzamt von selbst anruft
  • Gesellschafterbeschlüsse nur mündlich, nie im Protokoll
  • Rücktritt des GF ohne Übergabe an einen handlungsfähigen Nachfolger

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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